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Wer war John Peel?
John Peel war der nett aussehende, ältere
Herr auf dem Foto nebenan. Er war so etwas wie
ein Gott. Millionen Menschen haben ihn geliebt
und das ist nicht übertrieben. Er war der
einflussreichste und bedeutendste DJ aller Zeiten.
John Peel war ein Radio-DJ bei der BBC, 39
Jahre lang. 2004 verstarb er völlig unerwartet
an einem Herzinfarkt in seinem Urlaub in Peru.
Ein Schock. Überall auf der Welt wurden
daraufhin in den nächsten Tagen die Undertones
mit "Teenage Kicks" im Radio gespielt,
John Peels Lieblingslied, was dann auch später
auf seiner Beerdigung aufgelegt wurde. Jetzt
wird weltweit einmal im Jahr, am 2. Donnerstag
im Oktober, der John Peel-Day gefeiert (das
Datum erinnert an seine letzte Sendung), mit
vielen Konzerten und Radiosendungen ihm zu Ehren.
John Peel hat in seinen Sendungen immer die
Musik gespielt, die er gut fand. Und er hatte
einen erstaunlichen, einen sehr ungewöhnlichen
und vielfältigen Musikgeschmack. Und er
hat alles quer Beet gespielt. Napalm Death nach
Tav Falco & Panther Burns, gefolgt von einem
finnischen Männerchor und The "Mighty"
Fall, wie er sie nannte. Alles passte irgendwie
zusammen. Er war das verbindende Element, mit
seiner sonoren Stimme, mit der Ernsthaftigkeit
der Musik und der Ironie sich selbst gegenüber.
Er war der Erste, der in den 70ern Punk auflegte.
Er war sehr oft der Erste, der neue Musikrichtungen
auflegte. Und es war nicht so, dass alle begeistert
"Hurra" schrieen. Er hat oft Kritik
einstecken müssen, von den Hörern
und natürlich auch den BBC-Chefs, aber
er blieb immer konsequent. Gespielt wurde, was
er gut fand. Und ab und zu ein paar Sachen,
die seine Hörer sich wünschten. Wenn
es ihm passte. Zu seinen Hörern hatte er
ein ganz besonderes Verhältnis. Er bezog
sie mit ein und las oft Abschnitte aus ihrer
Post vor. Er erzählte von sich, seiner
Familie und besonders von seiner Frau, die er
liebevoll "The Pig" nannte - beim
Lachen muss sie immer ein bißchen grunzen.
Seine Sendungen wurden weltweit ausgestrahlt.
In Deutschland konnte man ihn auf BFBS (British
Forces Broardcasting Service) hören, aber
er machte auch Sendungen für freie Radios,
wie z. B. in Hamburg für FSK (Freies Sender
Kombinat). Er bekam von seinen Hörern Musik
aus den entlegensten Ecken der Erde zugeschickt.
Er bekam sowieso unendlich viel Musik zugeschickt.
Wahrscheinlich hat jede Band, die irgendwann
mal eine Platte gemacht hat, auch wenn sie nur
100 Exemplare gepresst hat, eine davon an ihn
geschickt. Er soll so an die 250 Platten die
Woche zugesandt bekommen haben. Viele, für
ihn selber aber immer zu wenige, hat er gespielt
und damit zahlreiche Karrieren angeschubst,
z.B. die der Inspiral Carpets. Genauso wie mit
seinen Radio-Sessions. Das war das Highlight
in der Karriere eines Musikers, das war etwas
ganz Besonderes für eine Band, man gehörte
zum auserwählten Kreis, wenn man eine Session
bei John Peel spielen durfte.
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